KINO - TRAILER |
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| HIYUPO #02 MIT BRAVUR BESTANDEN | GALERIE | |
Es ist Freitag, der 23. April, 20 Uhr, und das letzte Licht in der Musikhalle Portstraße in Oberursel erlischt mit dem Verstummen der Hintergrundmusik. Ein Aufatmen. Das Hiyupo-Festival Teil Zwei geht gleich los. Man spürt die Männerherzen förmlich stolpern, als Sängerin Mariam Davis in ihrem fünfziger Cocktailmini und knallroten Pomps plötzlich aus dem Bühnendunkel auftaucht und das Mikrofon an ihre genauso roten Lippen hält. Mit ihr auf dem Podium: ein Bassist mit langer Mähne und Bart, ein Gitarrist, ein Schlagzeuger, ein Organist, ein Trompeter und eine Saxophonistin. Die bunt gemischte Truppe eröffnet mit dem Song "So I Call Your Name", der tanzenden Menge mittlerweile bekannt aus dem seit Wochen gezeigten Festivaltrailer im Kinopolis. Das also sind Tuxedo Paint System, eine eingegroovte Formation, freaky funky fresh und überraschend gut für die erste Band des Abends. Die fröhliche Laune der Gruppe überträgt sich in Sekundenschnelle auf den beachtlich gefüllten Saal und eskaliert mit der Salve einer Konfettikanone. Nach der kurzen Pause mit Erinnerungsprojektionen der ersten Veranstaltung, erscheinen Jonathan Hard aus Erfurt im Rampenlicht. Es ist nichts zu spüren von der langen Anreise. Die Männer schütteln entspannt und souverän einen fetzigen Rocksong nach dem anderen aus dem Ärmel. "Trip Like We Do", sowie "Across the River" sind natürlich dabei. Der Sound ist knackig und Sänger André in Bestform. Mit Megaphon, auf Zehenspitzen in Rückenlage, nur Zentimeter über dem Boden wie ein Limbotänzer stehend, singt er die wahrscheinlich längsten Töne der Musikgeschichte. Soll man abgehen oder staunen? Das Publikum tut beides und dankt der Band mit tosendem Applaus. Vor diesem Hintergrund haben auch die Veranstalter die kurzfristige Absage von Ayefore völlig vergessen, zudem kündigen die Moderatoren im direkten Anschluss den finalen Gast des Abends an, nämlich Del Moe aus Oberursel. Drummer Dominic rollt los mit einem fetzigen Shuffle, der Rest der Truppe tritt nacheinander ins gedämmte Scheinwerferlicht. Etwas hat sich verändert. Nach Jahren sind sie wieder ein Trio, doch ihre Liebe zur Musik scheint stärker denn je. "Und los geht's!" schreit Frontmann Alex Mennie mit seiner Whiskeystimme, kurz bevor der Rockmotor die volle Umdrehungszahl erreicht. Es donnert los. Dominics Beats knallen wie Peitschen über den Köpfen der tanzwütigen Festivalbesucher, ein Wunder, dass seine Tattoos durch die Spielwucht nicht vom Arm wegfliegen. Es folgt eine Revue aus älteren Songs, brandneuem Material und sogar einem Beatles-Cover, wobei niemandem auffällt, dass Del Moe bewusst auf ihre größten früheren Hits im Set verzichtet haben. Trotzdem gelingt die Rockshow ganz hervorragend, denn die neuen Ideen sind wirklich hochexplosiv. Freche Zwischensprüche lockern die Atmosphäre bis zum Anschlag, es ist authentisch und familiär, so dass weder Band, noch Publikum es wahrhaben wollen, als die Uhr die ausgelassen feiernde Masse nach zwei Zugaben zum Abburch zwingt. Das Licht im Saal geht an mit der Frage, wie es um Hiyupo während der Sommerpause in der Portstrasse aussieht. Der kreative Festival-Initaitor Jakub Linhart meint: "Mal sehen, wir haben da so eine Idee..." weiterer Bericht bei Musiker-Board.de
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